Fragt man nach dem Erfolgskonzept, das Australien Wirtschaftskrise in diese sehr komfortable und zukunftssichere Position geführt hat, lassen sich im wesentlichen drei wichtige Faktoren herausstellen:
1. Gute Rahmenbedingungen durch weitsichtige Reformen
Der erste Grundstein der australischen Erfolgsgeschichte wurde durch die Labor-Regierung unter Premierminister Bob Hawke (1983-92) gelegt und von seinem Nachfolger und früheren Schatzkanzler Paul Keating (1992-96) fortgeführt. Durch umfangreiche Liberalisierungen und Deregulierungen ist Australien in eine offene, marktorientierte Wirtschaft verwandelt worden. Dieser Prozess wurde auch nach der Regierungsübernahme durch den konservativen Premierminister John Howard im Jahre 1996 konsequent weitergeführt.
Zu den wichtigsten vorausschauenden Maßnahmen und Reformen gehörten Handelsliberalisierungen, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Privatisierungen, Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen sowie der Auf- und Ausbau eines effizienten Finanzmarktes. Diese sorgten dafür, dass Australien von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lediglich gestreift wurde. Nicht umsonst wurde Australien im jährlich erscheinenden „Doing-Business"-Report der Weltbank mehrmals als eines der unternehmerfreundlichsten Länder ausgezeichnet.
2. Große Rohstoffvorkommen/-vielfalt
Den zweiten Grundstein hat die Natur Australien mitgegeben. Der fünfte Kontinent verfügt über sehr große Öl-und Erdgas-Reserven sowie eine Vielzahl von Edel- und Industriemetallen. Zudem ist Australien auch weltgrößter Exporteur von Kohle und Eisenerz. Hinzu kommt eine starke Landwirtschaft, die viele Länder mit Weizen, Fleisch und Wein versorgt. Bergbau und Landwirtschaft machen nahezu drei Viertel der gesamten Exporte Australiens aus.
3. Steigender Rohstoffbedarf der asiatischen Märkte
Die dritte Erfolgskomponente ist der große Rohstoffbedarf der aufstrebenden und auch nahe gelegenen asiatischen Schwellenländer wie China, Indien und Südkorea. Die Volksrepublik China ist mit 23,1 % Hauptabnehmer aller australischen Exporte, gefolgt von Japan (18,5 %), Südkorea (8,2 %), Indien (8,1 %) und den Vereinigten Staaten (4,8 %).
Die zunehmenden Rohstoffexporte führten dazu, dass Australiens Haushalt seit 1997 kontinuierlich Jahresüberschüsse auswies. Damit war und ist „Down Under" bestens für die Zukunft gerüstet. Die australische Regierung konnte seinerzeit Maßnahmen im Gesamtwert von über 50 Milliarden US-Dollar zur Stützung der Konjunktur auf den Weg bringen, die bis heute ihre Wirkung nicht verloren haben.
Informationen zum aktuellen Fonds finden Sie hier:
Australien 2
Bild: Fotolia