
Wenn man die endlosen Beteuerungen der Politiker zurRettung des Euro verfolgt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihnen der Blick aus der Froschperspektive die Einsicht in die Notwendigkeit drastischer Maßnahmen verstellt. Der Euro-Traum scheint für sie die harte Realität nicht akzeptabel zu machen. Aus der Vogelperspektive, also dem viel zitierten „Outside View“, sieht es aber ganz anders aus: Wenn man die ausländische Presse und die Kommentare der Wirtschaftsexperten außerhalb Europas verfolgt, scheint es keine Hoffnung für das Überleben des Euro, so wie wir ihn heute kennen, zu geben.
„Innerhalb von fünf Jahren wird sich jeder fragen, was das alles für ein Quatsch war –und weshalb man sich nicht sofort vom Euro getrennt hat.“ So Matthew Lynn, Kommentator bei Bloomberg TV und anerkannter Wirtschaftsjournalist der Sunday Times und des Spectator in seinem lesenswerten Buch „Pleite“ (Untertitel: Griechenland, der Euro und die Staatsschuldenkrise). „Die Griechen hatten die beste, bis dahin unentdeckte Möglichkeit gefunden, ohne zu bezahlen an eine Moussaka (bekanntes Gericht der griechischen Küche) zu kommen.“ So der Autor weiter in seinem bemerkenswerten Buch.
Auch in Kanada herrscht allgemein die Überzeugung, dass das Spiel mit den Schulden, die durch Aufnahme weiterer Schulden zurückgezahlt werden sollen, nicht aufgehen kann. JeffRubin, vielgelesener Fachbuchautor und anerkannter Wirtschaftsexperte, schreibt in seinem Artikel „No Way to Hold Eurozone Together“, dass man „beim nächsten Europabesuch nicht überrascht sein sollte, wenn man wieder Drachmen und Lira“ sieht (die Übersetzung dieses interessanten Artikels können Sie unter folgendem Link aufrufen:
Jeff Rubin Artikel).
Den Grund für den wachsenden Unwillen der zwei europäischen Volkswirtschaften, Deutschland und Frankreich, für sämtliche Schulden der sinnigerweise PIIGS-Staaten (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) genannten Europäer aufzukommen, sieht Clifford Orwin, Professor für Politische Wissenschaften an der Universität von Toronto, in einem Kommentar in der Globe and Mail darin, dass der europäische Gedanke bei den Europäernüberhaupt nicht wirklich angekommen ist: „Zwei Generationen sind dazu erzogen worden, ihre europäische Identität ihrer nationalen vorzuziehen, aber niemand hat genau erklärt, was die europäische Identität eigentlich ist.“ Und die Gretchenfrage, die er stellt, heißt: „Wenn es vitale nationale Interessen gibt, wer wird dann diese auf dem europäischen Altar opfern wollen?“
Ob es tatsächlich gelingen kann, den Euro mit enormer Kraftanstrengung und extremer Neuverschuldung über die sich immer höher türmenden Hindernisse zu retten, ist zumindest nach Meinung führender Finanzexperten mehr als fraglich. Die Antwort liegt auf der Hand – raus aus dem Euroland und hinein in die sicheren Häfen. Kanada ist zweifelsfrei einer dieser sicheren Häfen, und der weltweit wachsende Energiemarkt ein vielversprechender investiver Bereich.
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Quelle: POC GmbH