
Der Solarpark Kothen befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflughafens. Ein Musterbeispiel gelungener Konversion.
Schwerter zu Pflugscharen? Armeeflughäfen zu Solarfeldern! Auf dem südlich der Stadt Kothen in Sachsen-Anhalt gelegenen Flugfeld hoben früher Militärmaschinen Richtung Himmel ab. In Zukunft werden auf dem Areal die auf die Erde treffenden Sonnenstrahlen mittels Solarmodulen in elektrische Energie verwandelt. So gesehen ein Beitrag für eine (klima-) freundlichere Welt. Die Kreisstadt Kothen, deren Name sich mit diesem friedlichen Wandel verbindet, liegt südlich von Magdeburg in Sachsen-Anhalt, mitten im Schwarzerdegebiet der Magdeburger Börde. Durch den Regenschatten des Harzes ist die jährliche Niederschlagsmenge geringer als im restlichen Deutschland. Stabile Sonneneinstrahlungswerte machen die Gegend attraktiv für Investitionen in Solartechnologie.
Vorgeschichte ab 1923
Die Vorgeschichte des Solarparks Kothen reicht bis 1923 zurück. In diesem Jahr wurde mit der Bildung einer Flugwissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Grundstein der Köthener Fluggeschichte gelegt. 1928 beschloß der Stadtrat, südlich von Kothen einen Flugplatz anzulegen. Dieser wurde ab 1937 ausschließlich militärisch genutzt - bis 1945 durch die Wehrmacht, ab 1945 durch die sowjetische Armee.
Im Kalten Krieg wurde von Kothen aus die westliche Außengrenze der Warschauer-Pakt-Staaten überwacht und zwischen der Ostsee und Ungarn regelmäßig abgeflogen. 1991 zogen die sowjetischen Streitkräfte ab. Seitdem wird ein Teil des Flugplatzes durch einen Fliegersportklub genutzt. Die ehemalige Hauptlandebahn wurde auf Grund ihres desolaten Zustandes abgerissen.
Langfristig garantierte Vergütung
Als Konversionsfläche bietet sich das Gelände zur Gewinnung von Solarstrom an. Die Deutsche Eco AG hat hier mehrere Solarparks errichtet, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander befinden. So kann erforderliche Infrastruktur wie zum Beispiel das Umspannwerk gemeinschaftlich genutzt werden. Lloyd Fonds hat mit der Deutsche Eco AG eine Absichtserklärung unterzeichnet, einen der Parks, das so genannte Baufeld 1, mit einer Gesamtleistung von 4,6 MWp zu erwerben. Die Inbetriebnahme des Projektes ist für Ende Juni 2011 vorgesehen.
Die Vergütung der Solaranlage wird in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt. Danach wird der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültige Vergütungssatz für die Restdauer des Jahres 2011 sowie weitere 20 Jahre garantiert. Geht der Solarpark Kothen wie vorgesehen im Juni 2011 ans Netz, ergibt sich eine attraktive Vergütung von 220,70 Euro/ MWh fest bis Ende 2031. Dem stehen auf Grund der äußerst robusten und wartungsarmen Technologie der Solarmodule geringe Instandhaltungskosten gegenüber. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnete der Begriff „Konversion" meist die Umwandlung von Flächen für militärische Zwecke. Beim Solarpark Kothen ist es genau umgekehrt. Der Lloyd Fonds Energie Europa nutzt den ehemaligen Flugplatz zum erfolgreichen Start ins Solarzeitalter. Ein echter Fortschritt!
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Energie Europa
Bild: Fotolia
Quelle: Lloyd Fonds