
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat klimafreundlichen Anlagen in Deutschland bereits zu einem hohen Anteil am Strommix verholfen. Langfristig wird es die Erneuerbaren vollständig fit für den Wettbewerb machen.
In Deutschland werden die Erneuerbaren Energien seit dem Jahr 2000 durch das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) besonders gefördert. Gemäß § 1 Abs. 1 ist der Zweck dieses Gesetzes, „insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern". Mit der Novellierung von 2008 wurde als konkretes Ziel festgeschrieben, „den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30% und danach kontinuierlich weiter zu erhöhen".
Die Förderung der Erneuerbaren Energien erfolgt über festgelegte Stromvergütungssätze. Diese sind nach Technologien und Standorten differenziert und sollen einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ermöglichen. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen zu den festgelegten Vergütungssätzen abzunehmen. Der für eine Anlage gültige Vergütungssatz richtet sich nach dem Jahr ihrer Inbetriebnahme und gilt für die Dauer von 15 bis 20 Jahren. Gefördert wird die Stromerzeugung unter anderem aus Windkraft, Wasserkraft, Biomasse, Solarenergie und Géothermie.
Durch die jährliche Absenkung des Vergütungssatzes für neu installierte Anlagen (Degression) wird ein Anreiz gesetzt, Anlagen kostengünstiger zu produzieren und effizienter zu betreiben. Unter allen Erneuerbare-Energien-Technologien enthält die Photovoltaik die höchsten Vergütungssätze. Auf Grund der stark gesunkenen Preise für Solaranlagen sieht die Solarbranche selbst Spielraum für eine Verringerung der Förderung. Langfristig sollen die Erneuerbaren Energien auch ohne Hilfen wirtschaftlich am Markt bestehen.
Weltweite Vorbild-Funktion
Das EEG gilt als das weltweit erfolgreichste System zur Förderung Erneuerbarer Energien. In mehr als 40 Ländern diente das EEG als Vorbild für eigene Gesetze im Energiebereich. In Deutschland erreichte die Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Géothermie im Jahr 2010 knapp 102 Mrd. kWh und damit einen Anteil von 16,8% am gesamten Stromverbrauch. Die Photovoltaikbranche erlebte 2010 einen regelrechten Boom. Sie konnte ihren Beitrag gegenüber dem Vorjahr um über 80% steigern und erreichte 2% Anteil am Strommix. Insgesamt wurden durch die Erneuerbaren Energien in Deutschland 117 Millionen Tonnen an C02-Emissionen vermieden.
Auch am Arbeitsmarkt haben sich die Erneuerbaren Energien als Faktor etabliert. Die Zahl der in dieser Branche Beschäftigten hat sich innerhalb von 6 Jahren mehr als verdoppelt und lag 2010 bei 367.400. Besonders rasant verlief die Entwicklung im Bereich Solarenergie. Hier stieg die Zahl der Beschäftigten von 25.100 im Jahr 2004 auf 120.900 bis 2010. Spanien und Dänemark haben mit ähnlichen Mindestpreissystemen wie dem EEG ebenfalls große Erfolge bei der Förderung der Erneuerbaren Energien erzielt.
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Quelle: Lloyd Fonds