Am 30. Mai 2011 stellten Bundeskanzlerin Merkel, Bundesumweltminister Röttgen, Bundesverkehrsminister Ramsauer und Bundeswirtschaftsminister Rösler auf einer Pressekonferenz die Schritte zur Energiewende vor. Als Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung nannte Bundeskanzlerin Merkel neben dem vollständigen Verzicht auf Kernenergie bis Ende 2022 die 40-prozentige Reduktion der C02-Emissionen und die Verdopplung des Anteils der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von 17 auf 35% bis 2020.
Frau Merkel betonte, dass dieser Weg nicht nur eine große Herausforderung eröffne, sondern auch große Chancen biete: „Wir können als erste große Industrienation eine solche Wende zu hocheffizienten und erneuerbaren Energien schaffen - mit all den Chancen, die darin für Exporte, für Entwicklungen, für Technologien und für Arbeitsplätze liegen."
Das Energiekonzept der Bundesregierung orientiert sich nach Auffassung der Bundeskanzlerin an den Prinzipien der Versorgungssicherheit, der Bezahlbarkeit sowie der Umwelt-und Klimafreundlichkeit. Ein transparenter Monitoringprozess solle die Entwicklung überwachen und gewährleisten, dass die hochgesteckten Ziele erreicht und die ehrgeizigen Zeitpläne eingehalten werden.
Nach der Havarie des japanischen Kernkraftwerks Fukushima hatte die Bundesregierung im März 2011 eine Ethikkommission unter dem Motto „Sichere Energieversorgung" eingesetzt, die die Risiken der Kernenergie für Deutschland neu bewerten sollte. Ihre Ergebnisse sind nach den Worten der Bundeskanzlerin die „Richtschnur für das, was wir regierungsseitig beschlossen haben". Laut ihrem Abschlußbericht vom 30. Mai 2011 ist die Kommission davon überzeugt, dass sich der Ausstieg aus der Kernenergie innerhalb eines Jahrzehntes abschließen lässt. Der Ausstieg sei möglich, weil es risikoärmere Alternativen gibt. Als solche nennt der Bericht an erster Stelle die Stromerzeugung aus Wind und Sonne.