
In Zeiten knapper werdender Ressourcen besinnt sich die Menschheit auf die ursprünglichste Energiequelle: die Sonne.
Solarenergie findet immer mehr Anhänger: In Deutschland hat sich die Solarstromerzeugung 2010 im Vergleich zu 2009 fast verdoppelt. Damit hat sich der Anteil der Sonnenkraft am Bruttostrom auf rund 2% erhöht. Weltweit wurden bis Ende 2010 Solaranlagen mit einer Kapazität von 40.000 Megawatt (MW) installiert, fast die Hälfte davon allein im letzten Jahr. Die derzeit bestehenden rund zwei Millionen Photovoltaikanlagen produzieren in etwa so viel Strom wie fünf Atomreaktoren. Bis 2020 könnten nach Angaben der European Photovol-taic Industry Association (EPIA) bereits 12% des europäischen Strombedarfs aus Photovoltaik gedeckt werden.
Spitzenreiter Deutschland
Deutschland nimmt beim Ausbau der Solarenergie eine führende Rolle ein. Mehr als die Hälfte aller Pho-tovoltaikmodule wurden bislang in Deutschland installiert. Hier setzten sich besonders viele private Hausbesitzer eine Photovoltaikanlage aufs Dach und nutzten damit die Förderung des Solarstroms durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dank der Einspeisevergütung zu gesetzlich garantierten
Festpreisen amortisieren sich die hohen Anfangsinvestitionen durch den Stromverkauf im Schnitt bereits nach 12 bis 16 Jahren.
Auch bei der Produktion von Solarmodulen hatte Deutschland lange Zeit eine Vorreiterrolle inne. Doch mittlerweile haben einheimische Unternehmen dem Preisdruck aus Fernost wenig entgegenzusetzen. Im globalen Ranking der erfolgreichsten Firmen landen sechs chinesische Unternehmen auf den ersten zehn Plätzen. Fast die Hälfte aller weltweit produzierten Solarzellen werden im Reich der Mitte gefertigt.
Strom aus der Wüste
Während die Photovoltaik in einigen Ländern bereits einen beachtlichen Anteil an der Stromversorgung erreicht hat, steht der Solarthermie der große Durchbruch noch bevor. Die beiden Technologien unterschieden sich grundsätzlich: Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Sonnenstrahlen in elektrische Energie mittels Solarzellen. Bei der solarthermischen Stromerzeugung hingegen wird die Sonnenenergie durch Spiegel konzentriert, um eine Flüssigkeit zu erhitzen; mit dem entstehenden Dampf wird eine Stromturbine angetrieben. Auf dieses Konzept setzt unter anderem die Desertec Foundation. Sie plant, das Sonnenpotenzial der Sahara zur Stromerzeugung zu nutzen und die Elektrizität mittels neuer Gleichspannungsleitungen verlustarm bis nach Nordeuropa zu transportieren.
Doch das Wüstenstrom-Projekt ist eine Vision mit vielen Unbekannten. Böse Zungen sprechen gar von einer Fata Morgana. Die Realisierung der ehrgeizigen Pläne dürfte nicht zuletzt von der weiteren politischen Entwicklung der nordafrikanischen Staaten abhängen. Sicherheitsorientierte Anleger sollten ihre Chancen statt in Nordafrika lieber in Sachsen-Anhalt suchen. Der Solarpark Kothen profitiert bereits heute von einer marktfähigen Technologie in Verbindung mit verläßlichen politischen Rahmenbedingungen. Und das für die nächsten 20 Jahre.
Quelle: Lloyd Fonds