
Finanzierung von Vereinen durch einen Fonds
Bei der Investition in finanzielle Spieler-Transferrechte handelt es sich um einen relativ jungen und äußerst lukrativen Markt im Profi-Fußball. Fonds, die Gelder in einen Verein geben sind in Deutschland in der Form wie es der
FTR 1 plant, bisher nicht in Erscheinung getreten. Dabei hat eine Fondsfinanzierung mehrere Vorteile, die andere Finanzierungswege nicht bereit halten.
Vorteile für den Verein
Fondsfinanzierung schafft Unabhängigkeit
Für die Vereine bietet sich hiermit neben den bisherigen Einnahme- und Finanzierungsquellen ein weiteres, interessantes Finanzierungsinstrument. Der Verein gewinnt zusätzlichen finanziellen Spielraum und macht sich unabhängiger von seinen bisherigen Partnern, wie z. B. Banken, Aktionären, Mäzenen, Werbepartnern und Sponsoren.
Fondsfinanzierung stärkt die sportliche Wettbewerbsfähigkeit
Der Verein hat den Vorteil, dass er mit einer Fondsfinanzierung Spielertransfers tätigen kann, die ansonstennicht möglich wären, oder den bestehenden Spielerkader zusammenhalten kann. Die Erreichung sportlicher Ziele ist somit wahrscheinlicher für den Verein.
Fondsfinanzierung schafft Freiräume
Gleichzeitig schont der Verein seine Liquidität oder kann andere Ziele seiner Vereinspolitik, wie z. B. die Sanierung oder den weiteren Um- oder Ausbau der Sportstätte, oder die Tilgung etwaiger Kredite verfolgen.
Fondsfinanzierung senkt Scoutingkosten
Der Fonds ist darauf angewiesen eigene Scouts einzubinden, um die Investition in Spieler-Transferrechte unabhängig von Dritten zu beurteilen und damit seine Investition gegenüber den Investoren belegen zu können. Der Verein, der möglicherweise ohnehin nur ein geringes Budget für Scoutingaktivitäten ausgeben kann, kann durch eine Fondsfinanzierung zugleich auf Scoutingressourcen des Fonds zurückgreifen und in seine Arbeit mit einbeziehen. Während eine Bank nur Geld gibt, hat der Fonds Geld und Fußballsachverstand. Fonds und Verein profitieren gegenseitig.
Steht der Verkauf eines Spielers an, wird der Fonds für den Verein ggf. erneut aktiv und identifiziert aus eigenem neuerlichen Finanzierungsinteresse einen neuen Spieler für den Verein, ohne dass dieser selbst aktiv werden muss. Andererseits erschließen sich somit Quellen, aus denen der Verein selbst nicht Spieler rekrutiert.
Fondsfinanzierung erspart Veröffentlichung der Finanzsituation
Der Verein muss dem Fonds nicht alle Finanzdetails offenlegen. Der Fonds finanziert cash gegen Einräumung eines (anteiligen) Zahlungsanspruchs auf die Vertragsauskaufsumme beivorzeitigem ablösepflichtigen Vereinswechsel. Aufgrund der Einbindung von Fußballsachverstand im Fonds ist das Finanzgebaren des Vereins dem Fonds regelmäßig bekannt. Der Transfer kann somit wesentlich schlanker abgewickelt werden als bei Einbindung einer Bank mit den zuständigen Gremien. Maßgeblich ist die Vereinbarung zwischen Fonds und Verein.
Fondsfinanzierung als partnerschaftliches Engagement mit dem Verein
Verein und Fonds werden sich regelmäßig so einigen, dass die Interessen beider Seiten ausreichend gewahrt sind. D. h. der Verein partizipiert anteilig weiter an den Erlösen beim Weiterverkauf des Spielers und verliert diese Einnahmequelle nicht durch die Finanzierung.